Agavendicksaft: Gesunde Alternative zu Zucker?

Was ist Agavendicksaft?

Agavendicksaft, auch Agavensirup genannt, ist ein mittlerweile weit verbreiteter pflanzlicher Honig- und Zuckerersatz. Der Nektar wird aus der Agavenpflanze gewonnen, die primär in Mexiko beheimatet ist und unter anderem auch für die Herstellung von Tequila gezüchtet wird. Um das Extrakt aus der Pflanze zu bekommen, wird das Herz der Agave eingeschnitten, was zu einem mehrmonatigen ausrinnen des Saftes an Schnittstelle führt. Der Saft wird eingefangen, gefiltert und erhitzt, was ihn verdicken und somit seine sirupartigen Konsistenz erhalten lässt.1

Eigenschaften von Agavendicksaft

Der fertige Agavensirup ist etwa 1,4 Mal süßer als herkömmlicher Zucker. Die Intensität des Extrakts lässt sich an der Farbe des Sirups ausmachen: Hellere Dicksäfte haben einen weniger intensiven Geschmack und je dunkler das Produkt ist, desto stärker lässt sich eine Karamell-Note herausschmecken. Da sich Honig und Agavensirup in Beschaffenheit und Geschmack sehr ähnlich sind, finden sie in ähnlichen Rezepten Anwendung, besonders zum Verfeinern von Mehlspeisen, Yoghurts und Konfitüren.

Was ist bei Agavendicksaft zu beachten?

Da er zu großen Teilen aus Fructose besteht (je nach Anbieter zwischen 70-90%), hat der Saft der Agave einen sehr niedrigen glykämischen Index und die niedrigste glykämische Last aller Zuckerersatzstoffe. 

Der Vorteil des hohen Gehalts an Fructose liegt darin, dass sie insulinunabhängig verstoffwechselt werden kann. Daher wird Agavendicksaft oft von Diabetikern als Ersatz zum Haushaltszucker verwendet. Auch Menschen mit einer veganen Ernährung nutzen ihn als Alternative zu Honig. 

Allerdings täuscht der rein pflanzliche Ursprung, denn in höheren Mengen können unter Umständen auch Nebenwirkungen auftreten. So kann ein übermäßiger Konsum von Agavensirup etwa zu Fructosemalabsorbation, einer verringerten Glucose-Verträglichkeit und einer vermehrten Bildung von Harnsäure führen. Außerdem konnte ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen festgestellt werden, unter anderem Fettleibigkeit, erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck und Diabetes Typ 2.2

Daher empfehlen Ernährungswissenschaftler nicht mehr als 30 Gramm Fruktose am Tag zu konsumieren – Agavendicksaft sollte man auf einen Esslöffen (ca. 10 Gramm) pro Tag reduzieren, um gesundheitliche Risiken zu minimieren. 34

Bedenklich für die Umwelt

Ein weiteres Argument welches gegen den regelmäßigen Konsum von Agavensirup spricht, ist die Belastung der Umwelt durch Anbau, Produktion und Transport des Zuckerersatzstoffes. Da die Agavenpflanze primär im Süden der USA, fast ganz Mexiko und Teilen Mittel- und Südamerikas zu finden ist, sind lange Transportwege per Containerschiff notwendig, um das Produkt nach Europa zu bringen. 

  1. https://www.smarticular.net/agavendicksaft-statt-zucker-herstellung-wirkung/
  2. https://www.quarks.de/gesundheit/ernaehrung/darum-ist-agavendicksaft-gar-nicht-so-gut/
  3. https://ecodemy.de/magazin/agavendicksaft-ungesund/
  4. https://www.veganblatt.com/wie-gesund-ist-agavendicksaft