Der versteckte Zucker

Eine Statistik die zeigt, dass in Österreich etwa 37kg Zucker pro Jahr und Person konsumiert werden. Zwei drittel dieses Zuckers stecken in Fertigprodukten.Dass zu viel Zucker in der Ernährung schlecht für den Körper und das eigene Wohlbefinden ist, weiß inzwischen fast jeder. Doch selbst für ernährungsbewusste KonsumentInnen ist es heutzutage gar nicht so leicht, auf Zucker zu verzichten. Weil er in Form von Fruchtzucker oder Milchzucker in mehr industriell gefertigten Nahrungsmitteln enthalten ist, als man glauben würde.

Der Milchzucker, auch Laktose genannt, kommt beispielsweise auch im Milchpulver vor, das von den Lebensmittelherstellern oft und gerne als Geschmacksverbesserer und Quellmittel eingesetzt wird. Doch auch die Molke, eigentlich ein Abfallprodukt bei der Käseherstellung, ist reich an Milchzucker, was vielen KonsumentInnen kaum klar sein dürfte. Und die Fruktose, zu deutsch „Fruchtzucker“? Ist im Lebensmittelregal so gut wie allgegenwärtig, wobei sie industriell meistens aus Mais hergestellt wird. Nicht nur, dass alle möglichen Lebensmittel mit Fruchtzucker versetzt werden: Sogar Obstsorten werden heute oft ganz bewusst mit einem höheren Fruchtzuckergehalt gezüchtet als noch vor einigen Jahrzehnten. Die Zahlen sprechen für sich: Waren es früher nur rund fünf Gramm, die wir täglich über die Nahrung aufgenommen haben, ist der Verbrauch heute auf rund 15 Gramm pro Tag gestiegen.

 

Ein Foto von Waffeln mit Waldbeeren, im Hintergrund ist eine Flasche Sirup, zwei Marmeladegläser und eine leere Tasse.

40 Kilogramm Zucker pro Jahr

So gesehen verwundert es gar nicht mehr so stark, dass jeder Österreicher und jede Österreicherin im Durchschnitt 37 kg Zucker im Jahr zu sich nehmen: Über 2/3 davon sind in Fertigprodukten „versteckt“. Dabei wird Zucker wie kein anderes Lebensmittel für den massiven Anstieg von Fettleibigkeit und Diabetes in den Industrieländern verantwortlich gemacht: Bereits 8 % Österreichs leidet unter einer Diabetes-Erkrankung und auch die Anzahl fettleibiger Kinder steigt rasant; im Jahr 2030 wird laut der Weltgesundheitsorganisation WHO jeder 10. Mensch an Diabetes leiden.

Die WHO empfiehlt daher, den täglichen Zuckerkonsum auf 25 Gramm oder umgerechnet 6 Teelöffel zu senken. Gemeint sind damit allerdings nicht sechs Teelöffel Zucker zum Süßen von Tee oder Kaffee gemeint – sondern allein schon jene 6 Teelöffel, die „versteckt“ in Nahrungsmitteln wie Ketchup, Tiefkühl-Pizza oder Limonaden enthalten sind. Wieviel Gramm Zucker in einem Produkt enthalten sind, steht übrigens am Etikett zu lesen.

“Das Risiko von Übergewicht, Fettsucht und Karies wird reduziert, wenn die Zuckereinnahme unter zehn Prozent der eingenommen Kalorienmenge liegt”, sagte WHO-Experte Francesco Branca.

Von dieser Rechnung ausgenommen ist aber natürlicher, in frischem Obst oder in Milch vorkommender Zucker (Fruchtzucker oder Milchzucker). Es gibt nämlich bislang keinerlei Beweis, dass dieser schädlich wäre. Verarbeitete Lebensmittel hingegen sind laut WHO oft wahre “Zuckerbomben”: Schon ein Esslöffel Ketchup enthält bis zu einem Teelöffel Zucker.

Allzu große Sorge ist dennoch nicht angebracht – stattdessen empfiehlt es sich, öfter selbst zum Kochlöffel anstatt zu Fertigprodukten zu greifen und dabei auf möglichst naturbelassene, hochwertige Zutaten zu setzen. Nur so weiß man ganz genau, was man wirklich zu sich nimmt – und kann den eigenen Zuckerkonsum besser kontrollieren. Ganz abgesehen davon, dass es auch viel besser schmeckt.

Schnelle Zucker Fakten

  • Fruktose („Fruchtzucker“) ist mittlerweile allgegenwärtig und wird oft aus Mais hergestellt
  • Aufnahme über die Nahrung ist von 5 Gramm auf 15 Gramm gestiegen
  • Österreicher nehmen pro Jahr 37 kg Zucker zu sich
  • 2/3 davon sind in Fertigprodukten „versteckt“
  • 8% der Österreicher leidet unter Diabetes
  • WHO empfiehlt Senkung auf 25 Gramm / 6 Teelöffel Zucker je Tag

Quelle: www.salzburg24.at/who-warnt-vor-verstecktem-zucker/4255824