Ist Aspartam für Kleinkinder verträglich?

Qualität und Menge der Ernährung ausschlaggebend

Wie bei den meisten Diskussionen rund um die „richtige“ Ernährung ist auch hier auf zwei Dinge hinzuweisen: 1. Die Ausgewogenheit und Abwechslung der Ernährung sowie 2. die Menge der verzehrten Lebensmittel und enthaltener Zusatzstoffen. Ersteres ist ein komplexes Thema, bei welchem sich die Geister scheiden (man denke nur an die Vielzahl verschiedener Diäten und Ernährungsweisen, wobei die eine vermeintlich gesünder als die nächste ist). Ein paar „Faustregeln“ gibt es aber. So empfiehlt es sich beispielsweise mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst pro Tag zu konsumieren, auf Vollkornprodukte zurückzugreifen und Zucker bestmöglich zu vermeiden.1

Eine ausgewogene Ernährung schlägt die Angst vor Aspartam.
Eine ausgewogene Ernährung schlägt die Angst vor Aspartam.

Ein zweiter ausschlaggebender Faktor ist die Menge. Zwei oder drei Krapfen in der Faschingszeit verursachen noch kein Übergewicht. Konsumiert man aber über einen längeren Zeitraum jeden Tag zwei bis drei Krapfen, sieht und spürt man die Folgen schon eher. Lebensmittelzusatzstoffe wie Süßungsmittel oder Farbstoffe werden daher mit einem ADI-Wert versehen. ADI (englisch für acceptible daily intake) wird auf deutsch mit ETD (erlaubte tägliche Dosis) abgekürzt und legt die Menge eines Zusatzstoffes fest, die über ein Leben lang täglich konsumiert werden kann, ohne dass es zu negativen Auswirkungen auf den menschlichen Körper kommt. 2

 

 

Wenig Süßes in den ersten 6 Monaten

Eltern wissen, dass sie bei der Ernährung ihrer Kinder auf dutzende Faktoren achten müssen. Besonders da sich in diesem frühen Lebensabschnitt viele Präferenzen im späteren Leben bilden. Die Obergrenze der erlaubten Tagesdosis eines Süßstoffes wie Aspartam kann für Kinder nicht herangezogen werden, da die von Lebensmittelbehörden vorgegebenen ADI-Richtwerte erst ab einem Lebensalter von zwölf Wochen Gültigkeit haben.3 Die World Health Organisation rät dazu, Kleinkinder in den ersten sechs Monaten ausschließlich mit Muttermilch bzw. Ergänzungen dazu zu ernähren. Damit das Kind kein ungesundes Essverhalten entwickelt, sollten süße Lebensmittel und Speisen selten auf den Tisch kommen. 

Auch die Vorbildfunktion der Eltern spielt eine wichtige Rolle bei der weiteren körperlichen Entwicklung des Kindes. Kinder machen nach, was sie bei Erwachsenen abschauen, das gilt auch für die Ernährung.4 Es gibt bis dato keine wissenschaftlichen Belege, dass Süßstoffe für Kinder ab dem sechsten Monat schädlich sind. Dennoch sollte man im Interesse einer gesunden Entwicklung des eigenen Kindes von Beginn an eine ausgewogene, gesunde Nahrung zur Verfügung stellen.5

  1. https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/
  2. https://link.springer.com/article/10.1007/s00103-010-1073-4
  3. https://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/41293/WHO_TRS_617.pdf?sequence=1&isAllowed=y
  4. https://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/0-12-monate/saeuglingsernaehrung/
  5. https://www.euro.who.int/en/media-centre/sections/press-releases/2019/whoeurope-studies-find-baby-foods-are-high-in-sugar-and-inappropriately-marketed-for-babies